Wertschätzung bei der Arbeit: Wie Check-ins, Kudos und Co. interne Kommunikation stärken

Die Art und Weise, mit der wir unsere Sprache einsetzen, kann ungeahnte Wirkung haben. So kann schon ein beiläufiges, Wertschätzung zeigendes Wort Welten bewegen - denn positive Rückmeldung zeigt uns, dass wir und unsere Leistungen gesehen werden. Zudem motiviert sie uns, den netten Worten auch in Zukunft gerecht zu werden. Auch ein Lob auszusprechen, kann zu einem Stimmungshoch führen und lässt uns große Freude empfinden.

Wir fragen uns, warum es dann aber eher ungewöhnlich ist, wertschätzende Sprache im Arbeitskontext zu finden, obwohl Wertschätzung so viel positive Energie auslösen kann. Es stellt sich die Frage, wie sich wertschätzende Kommunikation einfach, aber nachhaltig in ein Unternehmen einbinden lässt?

Happiness - einer unserer Firmenwerte - ist ein wichtiges Thema für uns. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach Möglichkeiten, uns und unseren Kolleg*innen im Arbeitsalltag Wertschätzung zu zeigen. Hier stellen wir Dir vor, welche kleinen Rituale uns helfen, eine freundliche und wertschätzende Atmosphäre in unserer internen Kommunikation zu schaffen.

Inhalt:

  1. Check-ins
  2. Kudos
  3. Ampelsystem
  4. Watercooler
  5. Gummizelle

Wir leiten unsere Meetings mit Check-ins ein - einem kleinen Kopflüft-Moment, bei dem wir mit dem Team teilen, was uns gerade beschäftigt. Das Abgeben des persönlichen Gedanken-Gepäcks durch kurzes Aussprechen hilft, unseren Fokus auf die kommenden Inhalte zu lenken.

Dazu geben wir uns reihum die Möglichkeit, unseren Kolleg*innen ein Bild von dem zu zeichnen, was uns durch den Kopf schwebt. Dabei sind die Inhalte genauso abwechslungsreich wie unverbindlich: Sie reichen von ausführlicheren Abenteuererzählungen, über sorgfältig formulierte Joghurtempfehlungen bis zu kurzen Daumen-hochs.

Für gewöhnlich werden Check-ins von einem Moderierenden mit einer Frage eingeleitet, die von jeder Person beantwortet wird, wie z.B. "Was hat gerade deine Aufmerksamkeit?" oder "Wie war dein Tag bisher?" Vor allem für große Runden ist es empfehlenswert, ein Thema vorzugeben. Da wir ein kleines Team sind, sprechen wir einfach frei raus, was wir gerne teilen möchten.

Um fließend in die produktive Phase überzugehen, wird für den Check-in ein Zeitfenster festgelegt. In der Regel sollten die Gedankenhäppchen auch nicht zu ausuferndem Smalltalk führen. Obwohl auf diese Weise tatsächliche Gespräche ausbleiben, sind Check-ins eine wertvolle Möglichkeit, sein Team kennenzulernen und sich selbst und seine Gedanken zu erforschen.

Deshalb nicht mehr ohne Check-ins:

  • Achtsam bei der Arbeit: Wir erhalten die Gelegenheit, über unser Befinden zu reflektieren und während der Arbeitszeiten achtsam zu sein.
  • Fokushilfe: Gedanken, die die eigene Konzentration belegen, werden durch das Aussprechen gehen gelassen. So kann der Fokus auf das kommende Meeting verlagert werden.
  • Zusammenwachsen: Wir nehmen uns Zeit, uns selbst und unser Team kennenzulernen. Kurze Einblicke in die Gedankenwelt einer anderen Person helfen uns dabei, empathischer mit ihnen umzugehen und zusammenzuwachsen.

Jede 3. Woche treffen wir uns in einem Meta-Meeting, um über Circle-übergreifende Spannungen zu sprechen. Nach dem Check-in nehmen wir uns Zeit für Kudos, einer Art in Worte gefasstes Schulterklopfen. Hier machen wir coole Leistungen und Handlungen unserer Kolleg*innen für das gesamte Team sichtbar und drücken unsere Wertschätzung für all das aus, was uns in den vorherigen Wochen beeindruckt hat - zum Beispiel sagen wir Danke für kurzfristige Hilfe, geben Anerkennung für das souveräne Überwinden einer herausfordernden Situation oder zeigen uns beeindruckt, wenn wir sehen, dass eine*r unserer Kolleg*innen über sich selbst hinausgewachsen ist. Gemeinsam feiern wir die starken Erfolge unseres Teams.

Kudos – wertvoll, weil:

  • Sichtbar machen: Beeindruckende Taten sollten Beachtung finden. Da wir nicht immer sehen können, was all unsere Kolleg*innen in ihrem Arbeitsalltag leisten, ist die regelmäßige Kudos-Runde in einer vollständiger Gruppe eine wirksame Möglichkeit, um das Rest-Team über geniale Leistungen zu informieren und von genialen Leistungen zu hören.
  • Doppelt wertvoll: Es ist nicht nur schön, Wertschätzung zu erfahren, sondern auch Wertschätzung selbst auszudrücken.
  • Kostbarer Motivator: Wenn wir erfahren, dass unsere Taten wahrgenommen werden, starten wir mit mehr Motivation in zukünftige Aufgaben.

Um einen Überblick über unsere individuelle Arbeitsauslastung zu bekommen, sprechen wir jeden Montag als Teil des Check-ins unsere "Ampelfarbe" an.

Grün signalisiert, dass sich die Person mit ihrem Arbeitspensum wohlfühlt und Zeit hätte, anderen auszuhelfen. Diese Ampelfarbe sehen wir als idealen Arbeitszustand an.

Gelb steht dafür, dass die Person beschäftigt ist, aber dem Team bei wichtigen Angelegenheiten unter die Arme greifen kann.

Rot markiert, dass ein*e Kolleg*in zu viel Arbeit auf dem Tisch hat und weist das Team darauf hin, dass wir hier dringend unterstützen müssen.

Darum ist das Ampelsystem wichtig und empfehlenswert:

  • Grenzen kennenlernen: Wir sensibilisieren uns dafür, unsere persönlichen sowie unternehmerischen Kapazitäten kennenzulernen und unsere Limits achten.
  • Nach Werten handeln: Wir leben eine Arbeitskultur voller Verständnis, Rückhalt und Vertrauen aus und fühlen, dass unsere Bedürfnisse gehört und wir als Menschen wertgeschätzt werden.

Wasserspender-Momente - darunter verstehen wir altbewährte Qualitätshinweise des klassischen Bürojobs, bei denen Mitarbeitende an zufälligen Orten aufeinandertreffen und sich kurz über ihr Leben austauschen, um anschließend zurück an die Arbeit zu gehen.

Als Remote-Team bleiben solche wichtigen Kennenlern- und Pausengelegenheiten aus. Um trotzdem eine Option für spontanes Plaudern zu haben, haben wir einen eigenen Slack-Kanal erstellt, der Raum für ebendiese Wasserspender-Momente bietet.

Wir erfahren durch diesen Kanal viel persönliche Wertschätzung. Denn indem wir uns die Möglichkeit einräumen, auch über nicht-arbeitsbezogene Themen zu sprechen und Smalltalk zu halten, integrieren wir unsere "private" Seite in den Arbeitsalltag und erlauben uns, ganzheitlich anwesend zu sein.

Was unser Watercooler fördert:

  • Zeit für wichtiges Nebensächliches: Ob Haustierfotos, Memes oder Liedempfehlungen - wir haben die Gelegenheit, nicht-arbeitsbezogene Launen zu teilen. An dieser Stelle: Danke an Karl für die regelmäßigen Katzenbilder und an unsere Hobbybäcker Daniel, Mario und Steffen für den zwischenzeitlichen Hungerschub.
  • Kopf lüften: Wenn eine kurze Pause gebraucht wird, bietet der Watercooler den perfekten Raum, um die Gedanken auf nicht-arbeitsbezogene Dinge zu lenken.
  • Voll da sein: Wir haben nicht das Gefühl, dass wir unsere persönliche Seite hinter einer "Arbeitsmaske" verstecken müssen, sondern lernen, dass sich beide Bereiche berühren dürfen und sollen.

In unserem Slack-Channel, den wir scherzhaft "Gummizelle" genannt haben, ist Raum für kleine Gefühlsdetonationen. Anzuerkennen, dass auch mal etwas daneben läuft, ist nicht nur für unsere Fehlerkultur wichtig, sondern hilft, unsere Emotionen zu akzeptieren und zu lernen, gesund mit ihnen umzugehen. Jede*r kocht mal über und es ist vollkommen okay, spontanen Frust abzulassen. Am besten in einem Safe Space, in dem empathische Menschen sitzen, die den Missmut abfangen und die Laune wieder nach oben bringen können.

Lob an die Gummizelle:

  • Safe Space: Wir geben uns die Möglichkeit, in einem geschützten Raum unsere starken Emotionen laut zu machen, ihre Ursachen kennenzulernen und gemeinsam nachhaltige Lösungen für diese zu finden.
  • Gefühle wertschätzen: Wir erkennen Gefühle an, die oft als "schlecht" verstanden werden, und erforschen ihre Bedeutung. Dadurch definieren wir "schlecht" in menschlich und normal um.
  • Ganzheitlichkeit: Wir fördern unsere offene Arbeitskultur, in der wir als Mensch in unserer Ganzheit akzeptiert werden.